[Eisfair] Samba als PDC, was ist möglich?

Thomas Bork tom at eisfair.org
Sa Jan 16 14:12:56 CET 2021


Am 15.01.2021 um 18:30 schrieb Alex Busam:

> "Ändern des Computernamens bzw. der Domäne", dann "Mitglied von Domäne", 
> dann erhalte ich "Es konnte keine Verbindung mit dem Active Directory 
> Domänencontroller für die Domäne "____" hergestellt werden.

Dann hast Du eventuell den Fehler gemacht, im Namen der Domäne in 
SAMBA_WORKGROUP einen Punkt und dahinter weitere Zeichen zu verwenden. 
In diesem Fall und wenn Du diesen Domänen-Namen auf dem Client so 
einträgst, geht der Client von einer Active-Directory-Domäne aus.

Verwende also einfache Domänen-Nmane ohne Punkt.

> Muss beim Domänenbeitritt am Win-PC ein Benutzer angemeldet sein, der in 
> der Samba-Config auf "root" per USERMAP läuft?
> Hab hier noch gelesen:
> https://wiki.fkn-systems.de/wiki/samba/win10_domain_enter
> Dass folgende Gruppen vorhanden sein müssten.
> 
> net groupmap add ntgroup="Domain Admins" unixgroup=ntadmin rid=512 type=d
> net groupmap add ntgroup="Domain Users" unixgroup=users rid=513 type=d
> net groupmap add ntgroup="Domain Guests" unixgroup=nobody rid=514 type=d


Was ist an dem Teil der Dokumentation unklar?:


    SAMBA_PDC
           Soll SAMBA als Primary Domain Controller arbeiten: 'yes' oder
           'no'

           Wenn diese Variable auf 'yes' gesetzt ist, stellt Samba die
           Funktionen eines Primary Domain Controllers (PDC), vergleichbar
           zu einem Windows-NT-4.0-Server-PDC, für Windows-9x-,
           Windows-2000-, Windows-XP-Professional-, Windows-7-, und
           Windows-8- und und Windows-10-Clients zur Verfügung. Die
           Home-Versionen der Microsoft-Betreibs-Systeme werden dabei nicht
           unterstützt, da sie von Microsoft künstlich beschnitten wurden!
           Die Active-Directory-Funktionen der Windows-Server werden von
           meinem Samba-Paket bisher nicht unterstützt!

           Will man Samba als PDC nutzen, ist folgende Vorgehensweise
           notwendig:

          1. Der Benutzer "root" wurde als Samba-Benutzer angelegt. Davon
             kann man sich im Samba-Service-Menü mittels
             Samba User Handling
             List Samba User

             überzeugen. Hier die Ausgabe von meinem eisfair-Rechner:
             List Samba Users

                 User      Uid      Password    Active
                 root      0        set         yes
                 tb        2001     set         yes
                 test      2003     set         yes

             Press ENTER to continue

          2. In der Datei /etc/user.map wird der Benutzer "Administrator"
             der Workstation auf den Benutzer "root" gemappt. Wenn nicht
             gegen einen externen Passwortserver authentifiziert wird,
             sieht das so aus:

             root = "Administrator"

             Wenn gegen einen externen Passwortserver authentifiziert wird,
             muss die Domäne vor dem Windows-Usernamen angegeben werden:

             root = "DOM\Administrator"

             Die Datei /etc/user.map wird aus der Samba-Konfiguration
             heraus erzeugt. Wenn in der /etc/user.map der obige Eintrag
             fehlt, habt Ihr etwas falsch gemacht. Siehe auch
             SAMBA_USERMAP_N.
          3. Samba läuft noch im Arbeitsgruppen-Modus (SAMBA_PDC='no').
          4. Damit die verschiedenen Windows-Client-Versionen erfolgreich
             in die Domäne integriert werden können, müssen je nach Version
             Registry- Patches auf den Clients angewendet werden. Diese
             Registry-Patches finden sich nach der Installation des
             Samba-Paketes unter /usr/share/doc/samba/regpatches.
          5. Jetzt benennt man als "Administrator" temporär die
             Arbeitsgruppe auf den Clients um (z.B. in TESTGROUP), weil es
             zu Schwierigkeiten kommt, wenn der Name der Arbeitsgruppe, in
             der man sich befindet und der Name der Domäne, in die man
             wechseln möchte, identisch sind. Dabei wird man aufgefordert,
             den Client neu zu starten, was auch unbedingt erforderlich
             ist.
          6. Jetzt erst setzt man SAMBA_PDC='yes' und hinterlegt in der
             Variable SAMBA_WORKGROUP den gewünschten Domänen-Namen,
             z.B. SAMBA_WORKGROUP='DOMAIN'.
          7. Nachdem die neue Konfiguration aktiviert wurde, muss folgende
             Meldung in /var/log/log.nmbd auftauchen:

             Samba server XXX is now a domain master browser for workgroup
             YYY on subnet ZZZ.

             Dabei stehen XXX, YYY und ZZZ für Eure individuelle
             Konfiguration.
          8. Jetzt trennt man alle eventuell geöffneten Freigaben und
             gemappten Laufwerke, da diese eine erfolgreiche Integration in
             die Domäne verhindern. Dazu öffnet man eine DOS-Box, indem man
             unter Start/Ausfuehren

             command

             eingibt und dort folgenden Befehl ausführt:

             net use * /delete
          9. Man kann nun als Benutzer "Administrator" unter Windows die
             Workstation zur Domäne hinzufügen:
             Per Rechtsklick auf
             Arbeitsplatz/Eigenschaften/Netzwerkidentifikation/Eigenschaften
             (Beispiel Windows 2000) oder
             Arbeitsplatz/Eigenschaften/Computername/Ändern (Beispiel
             Windows XP Professional) definiert man, dass diese Workstation
             ein Mitglied der Domäne YYY (siehe oben, jetzige Einstellung
             von SAMBA_WORKGROUP) sein soll.
             Bei der Abfrage

             Geben Sie Namen und Kennwort eines Kontos mit der Berechtigung
             dieser Domaene beizutreten ein.

             gibt man einfach "Administrator" und das entsprechende
             Passwort von "root" an (da in der Datei /etc/user.map der
             Benutzer "Administrator" auf "root" umgesetzt wird, wenn Ihr
             Euch an die Beschreibung gehalten habt) und erhält, wenn man
             alles richtig gemacht hat, die nette Bestätigung:
             "Willkommen in der Domäne YYY." (siehe oben)
         10. Es wurde von Samba automatisch ein Maschinenkonto für die
             Workstation erzeugt, wovon man sich im Samba-Service-Menü
             überzeugen kann:

             Samba Domain Handling
             Samba PDC Workstation Configuration (NT, 2000, XP)
             List Samba Workstations

         11. Aus der Ereignisanzeige/System des Windows-Clients:

             Dieser Computer wurde erfolgreich "domain" hinzugefügt: "YYY".

             YYY steht für Euren Domänen-Namen.
         12. Nach einem Neustart kann man sich als angelegter
             Samba-Benutzer an der Domäne anmelden und gibt dabei bei
             "Anmelden an" nicht den lokalen Rechner an, sondern die
             Domäne. Windows-Benutzer, die in der Datei /etc/user.map auf
             andere Samba-Benutzer umgesetzt werden, müssen dabei das
             Passwort des Benutzers eingeben, auf den sie umgesetzt werden!
             Siehe auch SAMBA_USERMAP_N.
         13. Startet Samba das erste Mal als PDC, so wird eine eindeutige
             SID (Security ID) für diesen PDC erzeugt. Diese SID
             identifiziert die Domäne eindeutig. Bei Integration von
             Clients in die Domäne wird diesen die SID zugeordnet. Daraus
             ergibt sich, dass es nicht ausreicht, einen Client als
             Domänenmitglied einfach identisch zu benennen, um wieder in
             die Domäne zu kommen, da der Client diese SID nicht kennt. Das
             ist aus Sicherheitsgründen absolut sinnvoll!
             Setzt man bei irgendwelchen Tests später einmal SAMBA_PDC='no'
             und danach wieder SAMBA_PDC='yes', kann es passieren, dass
             wiederum eine eindeutige SID generiert wird, welche von der
             vorigen abweicht. Das Ergebnis ist verheerend: Kein Client
             kommt mehr in die Domäne, da die Clients ihren PDC mit einer
             anderen SID assoziieren. Es ist in diesem Fall notwendig, alle
             Clients wieder neu in die Domäne zu integrieren. Das gleiche
             Problem ergibt sich auch bei einer Namensänderung des PDC,
             also genau dann, wenn man den Hostnamen des eisfair-Rechners
             ändert! Man kann das Problem umgehen, indem man vor Änderung
             von SAMBA_PDC='yes' auf SAMBA_PDC='no' und vor einer
             Namensänderung die SID abspeichert und nach Änderung von
             SAMBA_PDC='no' auf SAMBA_PDC='yes' oder Änderung des Namens
             wieder in Samba einliest. Siehe dazu

             Save Samba SID to /root/MACHINE.SID

             und

             Restore Samba SID from /root/MACHINE.SID

             Wenn Samba als PDC läuft, werden statische Group-Mappings
             eingerichtet (dynamische Mappings werden von mir noch nicht
             unterstützt). Die Namen der Windows-Gruppen sind dabei von den
             Spracheinstellungen des Samba-Paketes abhängig. Bei

             SAMBA_LOCALIZATION='ISO8859-15'

             oder

             SAMBA_LOCALIZATION='ISO8859-1'

             oder

             SAMBA_LOCALIZATION='UTF-8'

             werden folgende Namen verwendet:

             Windows-Gruppe          eisfair-Gruppe GID
             Domänen-Administratoren root           0
             Domänen-Gäste           nogroup        65534
             Domänen-Hauptbenutzer   sys            3
             Domänen-Benutzer        users          100
             Domänen-Computer        machines       777
             Bei allen anderen Spracheinstellungen:

             Windows-Gruppe        eisfair-Gruppe GID
             Domain-Administrators root           0
             Domain-Guests         nogroup        65534
             Domain-Power-Users    sys            3
             Domain-Users          users          100
             Domain-Computers      machines       777

             Das Mapping kann mittels

             net groupmap list

             auf der Konsole oder über die Samba-Startmeldungen überprüft
             werden. Die globale Windows-Gruppe der Domänen-Administratoren
             wird bei Integration der Workstation in die Domäne automatisch
             der lokalen Gruppe der Administratoren hinzugefügt, sodass bei
             Anmeldung an der Domäne lokale Administratoren Rechte zur
             Domänen-Administration besitzen.

             Standardeinstellung: SAMBA_PDC='no'


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der tom


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